Unterwegs im „Venedig von Holland“

Überall Wasser, Boote und romantische Grachten: Am Wochenende war ich mit einer Freundin und unseren beiden 5-Jährigen in Giethoorn in den Niederlanden. Noch nie gehört? Ich vorher auch nicht, dabei ist der Ort in der Nähe von Zwolle wunderschön und unter Deutschen noch ein absoluter Geheimtipp. Was die Kids am besten fanden: Unser Ferienhaus mit eigenem Elektroboot, das direkt an der Terrasse ankerte.

Los ging es am Freitag nach dem Kindergarten. Bis wir die Kindersitze, Kinderfahrräder und die vielen Kindersnacks im Auto hatten, war es 14.30 Uhr. Wir haben gelernt: Das war viel zu spät. Um überhaupt aus Köln raus zu kommen, haben wir auf der Autobahn Stunden gebraucht …. Stau ohne Ende. Wir hätten es uns denken können, Freitagnachmittag halt. Um 18.30 Uhr waren wir erst hinter Oberhausen.

Zum Glück sind die Jungs auf der Rückbank friedlich geblieben. Dank Playmobil, Hörspiel-CDs, 5 Bifis und 4 Corny-Riegeln und einer längeren Spielplatz-Pause. Um 20 Uhr waren wir dann in Giethoorn, beim nächsten Mal fahren wir definitiv eher los. Denn: Die Küche in unserem Ferienpark-Restaurant hatte schon zu. Und wir vier aber echt Hunger. Also sind wir erstmal durch den malerischen Ortskern von Giethoorn getingelt, um noch etwas zu essen aufzutreiben. Und da haben wir schon gemerkt: Wow, ist das hübsch hier! So ein pittoreskes, wunderschönes Dorf. Kein Wunder, dass Giethoorn auch „Venedig von Holland“ genannt wird. Überall Brücken, Wasser, Boote … So schön, dass man sich zwischendurch die Augen reiben muss und sich fragt, ob das alles wirklich echt ist hier. „Die ideale Kulisse für ein romantisches Wochenende zu zweit“, habe ich zu meiner Freundin gesagt.

Aber auch für uns zwei Single-Mamas war Giethoorn beeindruckend. Die Jungs hüpften so schnell über die vielen Brücken, dass wir fast gar nicht hinterher kamen. „Wann fahren wir endlich, endlich mit dem Boot?“, war die große Frage des Abends. Erstmal hieß es aber Nahrung finden. In der Pizzeria Fratelli wurden wir dann sehr schnell und sehr gut satt. Danach ging es dann ab ins Ferienhaus im Vakantiepark Giethoorn. Wir hatten ein schickes, modernes Haus mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern und einer großen Terrasse. Schnell die Schlafanzüge aus den Koffern gezupft und die Kinder in den Betten verstaut. Inzwischen war es halb 11 und die beiden sind fast schon im Stehen eingeschlafen.

Am nächsten Morgen wurden uns Brötchen, Croissants, Eier, Aufschnitt, frischer O-Saft und natürlich Hagelslag, die holländischen Schokostreusel, ans Haus gebracht. Was für ein Service! Gut gestärkt konnten wir dann unsere für diesen Tag geplante Fahrradtour antreten. Zehn Kilometer sind es vom Vakantiepark bis zu unserem Ziel, dem Bezoekerscentrum De Wieden. Das Besucherzentrum der Region Weerribben-Wieden.

Meine Freundin und ich haben uns Räder geliehen, unsere Jungs hatten ihre eigenen dabei. Und mal wieder musste ich feststellen: Die Fahrradwege in Holland sind einfach nur traumhaft. Perfekt ausgebaut, breit, alles ist flach – ideal für unsere beiden Fahrradanfänger. Nach etwa drei Kilometern dann die erste Frage: „Wann sind wir da?“ Ja, zehn Kilometer ist schon etwas. Mit Trinkpausen zwischendurch und viel gutem Zureden ging es aber. Mir war klar: Von der Konstitution schafft mein 5-Jähriger das. Er will nur manchmal nicht, wenn es anstrengend wird … Auf so einem 16-Zoll-Rad müssen die beiden ja auch echt viel treten. Aber zu zweit geht bekanntlich alles besser und irgendwann gegen Mittag erreichten wir das Besucherzentrum.

In der Theeschenkerij De Wieden gab es erstmal leckere Käsebrote für uns. Dann durften die Jungs mit einem Kescher Wassertiere angeln. Ein großes Highlight des Tages. Würmer, kleine Spinnen, Mini-Fische und noch viel anderes Getier haben sie in einer Plastikwanne gesammelt. Und später natürlich wieder zurückgekippt. Eine laminierte Karte klärte über den Fang auf. Die beiden waren absolut begeistert und wollten gar nicht mehr aufhören. Echt schön zu sehen, wie die beiden Stadtkinder so viel Spaß daran hatten, die Natur zu erleben. Das ist echt gut gemacht vom Besucherzentrum, an diesem Nachmittag hatten hier ganz viele Kinder ihren Spaß.

In der Zwischenzeit bin ich zum großen Wasserturm in Sint Jansklooster geradelt. Er ist 46 Meter hoch und innen gibt es eine breite, komfortable Treppe, um hinaufzugehen. Oben dann eine spektakuläre Aussicht auf die Region Weeribben-Wieden. Viel Wasser, viel Grün. Hier ist es sehr ländlich, aber wirklich idyllisch und schön. Ideal zum Ausspannen und Relaxen.

 

Nachdem sich unsere Jungs dann noch mit einem „Kinderijsje“ gestärkt haben, konnte es zurück in Richtung Giethoorn gehen. Meine Freundin und ich hatten echt Bedenken: Schaffen die beiden das, insgesamt 20 Kilometer mit dem Rad?“ Aber: Sie haben es geschafft. Die Rückfahrt ging sogar viel einfacher und schneller als die Hinfahrt. Vielleicht, weil die beiden wussten: Sobals wir im Ferienpark sind, fahren wir mit dem Boot!

Und das war dann echt der absolute Höhepunkt dieses perfekten Tages. Unser Elektroboot war direkt hinterm Haus an unserer Terrasse festgemacht. Nach einer kurzen Einweisung durch einen Park-Mitarbeiter ging es auch schon los. Einen Bootsführerschein braucht man hier nicht. Ach, ich liebe die Holländer. So herrlich relaxt ist man bei uns nicht. Es hat dann auch alles super geklappt. Meine Freundin Petra war zum Glück sehr geschickt am Steuer und hat unser Boot ganz easy erst ein kurzes Stück durch die Gracht und dann auf den See gebracht. Und vor allem auch wieder eingeparkt am Ende. Absoluter Respekt, denn ganz so leicht zu steuern war das Boot dann auch wieder nicht 🙂

Die Jungs haben auf dem Wasser dann nur noch gestrahlt vor Freude. Im Fünf-Minuten-Takt haben sie sich am Steuer abgewechselt. Wir Mamas haben natürlich mitgelenkt und aufgepasst, ist ja klar. Etwa eine Stunde waren wir auf dem Wasser, es war einfach genial. Hatte ich schon erwähnt, dass es hier sehr romantisch ist? 🙂  Giethoorn, du hast mich nicht zum letzen Mal gesehen. Interessant: Hier trifft man kaum Deutsche. Am Samstag sind zwar viele Tagestouristen dort, vor allem die Asiaten zücken hier ständig ihren Selfie-Stick. Aber ansonsten ist der Ort noch echt ein Geheimtipp.

Der Tag konnte eigentlich nicht mehr besser werden, aber das Abendessen stand ja noch an. Und jetzt wurde der nächste Kindertraum wahr, denn es ging ins Pannekoekenrestaurant De witte Hoeve. Vor dem Restaurant steht eine riesige Hüpfburg und eigentlich hätten wir den Abend auch hier verbringen können, die Kinder wären seelig gewesen. Der Hunger trieb uns aber dann irgendwann doch hinein. Die Kinder bestellten Pfannkuchen mit Apfelmus und Nutella (insgesamt sogar drei Stück, frische Luft macht eben hungrig) und wir Ladys dasselbe mit Lachs, Rucola und Kapern. Sehr lecker.

Zurück im Ferienhaus sind die Kids dann wieder ziemlich schnell eingeschlafen und wir Mamas haben noch bei einem leckeren Rosé zusammengesessen und viel gequatscht.

Am nächsten Morgen mussten wir das hübsche Ferienhaus und das schnuckelige Giethoorn dann auch leider schon wieder verlassen. Schade, wir wären gerne noch geblieben. Unser Ziel für diesen Tag: De Orchideen Hoeve in Luttelgeest, etwa eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Das ist ein großer Tier-, Blumen- und Orchideenpark. Am Eingang wurden die Kinder direkt mit vier Packungen Fischfutter ausgestattet und hatten drinnen dann erstmal alle Hände voll zu tun. Die Koys schienen sehr hungrig und die beiden hatten großen Spaß, die vielen, vielen Fische zu füttern.

Im Papageienhaus ging es dann weiter. Wir bekamen kleine Schnapsgläser mit gelber Flüssigkeit, worauf die Vögel total abgefahren sind. Ich hatte etwa sechs Papageien auf meinem Kopf und auf meinen Schultern sitzen, die alle nur an das gelbe Zeug wollten. Den Kindern war die Sache mit den kreischenden Vögeln im Sturzflug ein bisschen unheimlich. Die niederländischen Rentner, die ebenfalls zu dieser Zeit die Papageien besuchten, konnten sich ihr Lachen nicht verkneifen. Aber auch hier wieder: sehr freundlich alle und nett. Und die Blumen: Ohne Worte. Zauberhaft. Ein Meer aus Weiß, Pink, Orange und allen anderen Farben des Regenbogens. Kein Wunder, wir sind ja in den Niederlanden …

Als Letztes durften wir dann noch die Katzenfische füttern. Mit Garnelen. Mein Sohn: „Mama, ich möchte die Garnelen lieber selber essen!“ Hm, nein mein Schatz, das geht leider nicht. Wir haben die rohen Shrimps an die Fische verfüttert und uns lieber im Restaurant ein Mittagessen geholt. Danach ging es noch auf den 1000 Quadratmeter großen Spielplatz im Park. Und auch hier wieder: Ein Kindertraum. Eine riesige Hängebrücke, eine Wasserpumpe, ein Jeep zum Reinklettern … Alles sehr hochwertig in Holz gestaltet. Hier hätten wir locker den Rest des Tages verbringen können. Unsere Jungs haben sofort noch einen anderen niederländischen Jungen zum Spielen gefunden und ab ging die Post. Nach einer halben Stunde mussten wir die beiden quasi vom Spielplatz weg- und hinein in unser Auto tragen.

Was für ein perfektes Wochenende! Herzlichen Dank an Hella Spickermann von mediamixx.eu  und an den deutsch-niederländischen Verband Euregio und das-andere-holland.de, für die Möglichkeit, diese spannende Region mit Kind zu entdecken.

Wir kommen definitiv wieder!

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4 Gedanken zu “Unterwegs im „Venedig von Holland“

    • Danke liebe Uta, schön von dir zu hören.
      Das ist auf jeden Fall auch was für Eltern von größeren Kindern. Wie wäre es mit einem romantischen Trip für dich und deinen Mann? Oder für euch alle vier? Hab auf jeden Fall auch Autos aus HH dort gesehen, kann also gar nicht so weit weg von euch sein 🙂
      Liebe Grüße, Christina

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