Gewaltfreie Kommunikation für Kinder

Eines der besten und nützlichsten Kinderbücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, ist dieses hier: „Was brauchst du?“ von der Edition Riedenburg. Im Buch wird gezeigt, wie sich Konflikte mit gewaltfreier Kommunikation lösen lassen, für Familien, aber auch für Kinder untereinander. Wie das genau funktioniert, lest ihr hier.

„Gewaltfreie Kommunikation“, dieser Begriff klang für mich lange Zeit leicht angestaubt nach Birkenstock-Sandalen und Räucherstäbchen. Völlig zu unrecht, wie ich dieses Jahr feststellen musste. Diese Methode zur Konfliktlösung nach Marshall B. Rosenberg ist äußerst alltagstauglich, effektiv und lebensnah.

Im Kern geht es darum, dem anderen keine Vorwürfe entgegen zu schleudern, sondern im Konfliktfall zunächst seine eigene Beobachtung zu schildern und die damit zusammenhängenden Gefühle. Dann formuliert man ein Bedürfnis und eine darausfolgende Bitte. Klingt etwas sperrig und braucht ein bisschen Training im Alltag.

Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte

Beispielsweise könnte man seinem Kind sagen: „Ich habe gesehen, dass du deine Socken in dieser Woche zum dritten Mal in deine Zimmerecke geworfen hast und nich in die Wäschetonne. Das frustriert mich. Denn ich möchte, dass es in unserer Wohnung ordentlich ist. Sage mir bitte, ob du bereit bist, deine Socken künftig nach dem Tragen in die Tonne zu werfen oder gemeinsam mit mir nach einem Weg zu suchen, wie unser beider Bedürfnis nach Ordnung erfüllt werden kann.“

Klingt zwar etwas lang, aber auf jeden Fall besser und erfolgsversprechender als: immer machst du … und wenn die Socken in einer Minute nicht in der Tonne sind, dann …

Schon Kinder können lernen, Konflikte gut zu lösen

Schon Kinder können gewaltfreie Kommunikation lernen. Oder die „Giraffensprache“ wie diese Methode auch genannt wird. Giraffen haben durch ihren langen Hals viel Weitblick und außerdem ein besonders großes Herz. Wie die Giraffensprache im Alltag funktioniert zeigt das Mitmach-Buch „Was brauchst du?“ Im Buch (Preis 19,90 Euro) haben verschiedene Tiere jeweils einen Konflikt. Die drei Meisenkinder Flips, Flaps und Flups zum Beispiel finden eine Eichel und wollen mit ihr spielen. Erwin Eichhorn will die Eichel aber viel lieber in seinem Wintervorrat einlagern.

Tja, und jetzt? Nun kommt Gino Giraffe ins Spiel, erzählt was er beobachtet hat und erklärt die Bedürfnisse: „Erwin, du brauchst die Eichel als Essen für den Winter und sorgst dich, dass du hungern musst. Und ihr Vögel wollt Spaß haben und mit der Eichel spielen. Was könnt ihr jetzt machen, damit Erwin genug Vorrat hat und ihr etwas zu Spielen habt?“

Und welche Idee hast du zur Lösung des Streits?

Und jetzt sind die Leser und Kinder dran. Sie können nun entweder einen der Lösungsvorschläge im hinteren Teil des Buches ankreuzen, zum Beispiel: „Sie machen ein Zielschießen in die Vorratskammer von Erwin“. Oder die Kinder werden kreativ und malen oder schreiben ihren eigenen Lösungsvorschlag.

Mein Sohn fand das gut und hat sich sofort ein paar kreative Ideen ausgedacht, so dass alle Tiere zufrieden sind. Genau darum geht es bei der gewaltfreien Kommunikation. Im Buch steht: „Wenn wir unsicher sind oder Angst haben, schützen wir uns, indem wir unser Herz verschließen und wie Wölfe knurren oder beißen. Je sicherer wie uns fühlen, desto mehr können wir wie Giraffen sein und unsere Gefühle und Bedürfnisse aussprechen.“

Gute Stimmung im Familienalltag

Die gewaltfreie Kommunikation ist sicher kein Allheilmittel gegen jeden Konflikt. Aber sie kann viel Ruhe und gute Stimmung in den Familienalltag bringen, weil den jeweiligen Bedürfnissen der Familienmitglieder Raum gegeben wird.

Mehr zum Thema steht übrigens unter anderem auch in dem Buch „Zauberbuch Familienfrieden – Die magische Wirkung der Gewaltfreien Kommunikation und des Vertrauens“ von Hanna Grubhofer.  Es gibt auch zahlreiche Kurse zur Gewaltfreien Kommunikation.

Und welche Erfahrungen hast du damit in deiner Familie gemacht?

Schreib es mir gerne hier unten in die Kommentare.

Christina

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