Hinter den Kulissen im Burgers Zoo

Vor ein paar Wochen hatten wir die Möglichkeit, im Zoo im niederländischen Arnheim einen „Tierpfleger-Tag“ zu machen. Wir durften vier Pfleger bei ihrer Arbeit begleiten und auch viele Tiere selbst füttern. Das Highlight: Leoparden und Tiger konnten wir aus nächster Nähe begutachten. Hier kommen unsere besten Tipps für einen Tag im Burgers Zoo in Arnheim.

Über den „Königlichen Burgers Zoo“ habe ich hier schon einmal geschrieben. Von Köln aus fährt man etwa 1 Stunde und 45 Minuten ins niederländische Arnheim. Der Weg lohnt sich, denn der Zoo ist sehr idyllisch im Grünen gelegen. Bäume und Wald im ganzen Tierpark, überall wo man hinschaut.

Viel Grün und viel Platz

„Weil unser Zoo nicht  in einem Stadtgebiet liegt, haben viele unserer Tiere sehr große Gehege“, sagt Bas Lukkenaar vom Burgers Zoo. „Das unterscheidet uns von vielen anderen Zoos in den Niederlanden und in NRW. Besucher müssen hier zwar manchmal etwas Geduld haben um die Tiere aus nächster Nähe zu sehen. Aber so sind die Bedingungen viel besser für die Tiere.“ Es gibt genügend Ruhezonen für die Tiere.

Der Burgers Zoo ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1913 ein Familienbetrieb. Das Gelände ist aufgeteilt in acht verschiedene Bereiche. Wir starten bei den Erdferkeln im Öko-Lebensraum „Bush“.

Station 1: Bush

Hier leben 50 Tierarten und 1500 Pflanzenarten der tropischen Wälder Asiens, Afrikas und Amerikas. Damit der Zoo-Regenwald schön grün bleibt, wird er über Nacht beregnet. Für Tierpfleger Christiaan Luttenberg fängt der Arbeitstag um 7 Uhr an. Er führt uns zu den vier Erdferkeln. Sie bekommen Hundefutter gemischt mit Hackfleisch und Mehlwürmern.  Erdferkel sind genetisch mit Elefanten verwandt, sehen aber ein bisschen aus wie Kängurus. Die Jungs sind begeistert, dass sie sie füttern dürfen: „Sie fühlen sich so ähnlich an wie Pferde. Ihre Haut ist hart, aber die Nase ist weich.“  Im ganzen Zoo arbeiten etwa 60 Tierpfleger, plus Hilfskräfte in den Ferien und am Wochenende.

Flughunde und Schildkröten

Dann gehen wir rüber zu den Köhlerschildkröten. Diese riesigen Schildkröten kommen  aus Südamerika und heute auf die Waage:  die eine wiegt 29, die andere 16 Kilogramm. Jeden zweiten Tag bekommen sie Futter. Auch hier dürfen die Kinder mal kurz streicheln:  „Die Füße fühlen sich an wie Hundefüße und die Haut fühlt sich faltig an. Der Panzer ist ganz hart.“

Beim Rundgang durch den Bush-Bereich sehen wir Flughunde, die durch die Bäume flattern.  25.000 Kilo Pflanzen werden hier jedes Jahr geschnitten.  „Unser Ziel ist, dass die Besucher bei uns im Zoo verschiedene Erlebniswelten erfahren, und zwar mit allen Sinnen, zum Beispiel den Regenwald oder die Mangrove. Sie sollen ein Abenteuer erleben.“

Für uns geht es erstmal weiter in Richtung Wasser.

Station 2: Ocean

In diesem Zoo-Abschnitt gehen die Zoo-Besucher auf eine Entdeckungsreise im Ozean des Indo-Pazifik. Ganze 8 Millionen Liter Wasser befinden sich im riesigen Zoo-Aquarium. 12 Becken gibt es hier insgesamt, die nicht verbunden sind, falls einmal eine Krankheit unter den Fischen ausbrechen sollte.

Wir lernen: Haie bekommen nur dreimal in der Woche Futter, und zwar tote Fische. Die kleineren Fische werden viermal am Tag gefüttert, weil sie einen schnelleren Grundumsatz haben und immer in Bewegung sind. Wir sind besonders beeindruckt vom hübschen Kugelfisch und vom Napoleonfisch mit der dicken Lippe. Die Leopardenhaie bekommen ihre Punkte, wenn sie älter werden.

Die Attraktion ist das Haibecken

Das Haibecken ist 32 Meter lang und 6 Meter hoch mit einer 35 Zentimeter dicken Acrylscheibe versehen. Denn Acryl bietet bessere Sicht als Glas.

10 Tierpfleger arbeiten allein im Bereich Ocean. Alle zwei Monate ziehen sich drei Tierpfleger ihre Taucherausrüstung an,  um die Scheibe sauber zu machen. Während zwei der Pfleger die Scheiben putzen, behält der Dritte die Haie im Blick und wehrt sie bei Gefahr mit einem Stock aus PVC ab.

Tierpfleger Frank Wennekers erklärt uns: „Bei uns im Ocean wird künstliches Meerwasser selbst hergestellt: 2000 kg Salz kommen auf 65.000 Liter Wasser.“ Besonders stolz ist der Zoo auf sein umfangreiches Korallenriff, dort leben die meisten Tiere auf engstem Raum zusammen. Der Tierpfleger sagt: „Eine Koralle ist eine Kolonie von Tieren und ein sensibles System. Korallen können 20 Jahre lang wachsen und innerhalb einer Stunde sterben.“

Station 3: Mangrove

Jetzt wird es tropisch. Inspiriert wurde dieser Teil des Zoos von einem Naturschutzgebiet in Belize. In der Mangrove ist es feucht und warm, hunderte von Schmetterlingen flattern hier um uns herum. Hier herrschen 25 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Gemeinsam mit Tierpfleger Koos Panjer dürfen die Kinder die karibischen Seekühe mit Salatköpfen füttern, die sie zu ihnen ins Wasser werfen. Eine Seekuh wiegt etwa stattliche 500 Kilogramm.

Die Schmetterlinge dagegen geben sich mit verrottetem Obst zufrieden. Manche der 800 hier gezüchteten Schmetterlinge sind so zahm, dass sie unseren Jungs auf die Hand geflattert kommen.  „Wenn die Sonne auf das Mangrovendach scheint, fliegen hier noch viel mehr herum“, erklärt uns der Tierpfleger.  In diesem Teilbereich des Zoos sollen die Besucher ein ganzes Öko-System hautnah erleben können.

Station 4: Park und Rimba

Hier wohnen die Tiere aus den Waldgebieten Südostasiens: Leoparden und Tiger unter anderem und wir dürfen heute mal ganz nah ran. Wow, das war wirklich beeindruckend. So nach dran an einem Tiger waren wir noch nie. Und auch die Schönheit und Eleganz der Leoparden begeistert uns sehr. Beide Tierarten bekommen jeden Tag Fleisch und Knochen. Und wenn es Futter gibt, fackeln die Raubkatzen dann auch nicht lange. So ein Berg Fleisch ist bei den Tigern ziemlich schnell verputzt.

Fazit: Wir waren beeindruckt an unserem Tag mit den Tierpflegern einmal hinter die Kulissen von Burgers Zoo blicken zu dürfen. Der Zoo hat jährlich etwa 1,1 Millionen Besucher. Etwa 25 Prozent davon kommen aus Deutschland.

Viele Spielplätze für die Kinder

Schon bei unserem ersten Besuch hatte uns das Familienrestaurant mit dem großzügigen Spielplatz  sehr gut gefallen. Und am Spielplatz in der Nähe der Affengehege legten wir auch diesmal wieder eine ausgedehnte Pause ein. Burgers Zoo ist aus unserer Sicht ideal für Familien – und auch jetzt im Herbst noch sehr gut geeignet für einen Tagesausflug über die Grenze.

Ein großes Dankeschön an Bas Lukkenaar und alle Tierpfleger für diesen ganz besonderen Zootag.

Und was ist euer Lieblingszoo? Und welche Tiere gefallen euren Kindern am besten? Schreibt es mir gerne hier unten in die Kommentare.

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