Unbekanntes Holland: Gelderland und Groenlo mit Kindern

Das Gute liegt ja oft so nah. Ich habe mal wieder gelernt: Man braucht überhaupt nicht weit weg fahren, um mit Kindern eine tolle Zeit zu haben. Wir waren für ein verlängertes Wochenende in Holland – und diesmal nicht am Meer, sondern direkt hinter der deutschen Grenze. „Achterhoek“ nennt sich die Region in Gelderland,die für Familien mit Kindern viel Spannendes zum Entdecken bietet:  ein Spieleparadies nach dem anderen, viel Natur und die leckersten Pfannkuchen der Niederlande.

Nach nur  anderthalb Stunden Fahrt und wir sind schon da – unser Ziel liegt etwa 20 Minuten hinter Bocholt, also knapp hinter der deutschen Grenze. Perfekt für eine Anreise mit drei Kindern. Unser Ziel: Der Ferienpark Marveld in Groenlo. Ein sehr gepflegter Park mit Campingplatz,  zwei Schwimmbädern und vielen Ferienhäusern.

Von unserem waren wir sofort begeistert: richtig toll groß und direkt am See gelegen. Die Aussicht von der Terrasse ist grandios, so nah am Wasser habe ich noch nie gewohnt. Und auch das Haus ist optimal eingerichtet, mit Spülmaschine und einem geräumigen Wohnzimmer. Noch vor dem Abendessen testen wir das Indoor-Schwimmbad und die Rutschen darin. Hier fühlen sich die Kinder definitiv wohl.

Auf dem Platz gibt es mehrere Restaurants und einen Supermarkt. Tagsüber findet in den Ferien sogar ein Kinderanimationsprogramm statt. Und auch auf den vielen Spielplätzen auf Marveld wird es den drei Jungs nicht langweilig. Wir haben Glück mit dem Wetter und können an diesem Wochenende sogar das Freibad nutzen. Ein Kinderparadies.

Am Samstag erkunden wir die Region Achterhoek und die Stadt Groenlo. Diese ist eine ehemalige Festungsstadt. Überall im Ort stehen eiserne Kanonen mit nachgebildeten Kanonenkugeln. Für die Jungs eine Attraktion. In der City gibt es viele nette Geschäfte. Wir haben Groenlo mit dem „Family Fiets“ erkundet, einem Fahrrad für fünf, das wir auf Marveld gemietet haben. Ein größeres Gefühl von Urlaub, Spaß und Freiheit gibt es wohl kaum.

Begeistert waren wir auch vom Hof van Eckberge in Eibergen. Ein riesiges Spieleparadies – mit Streichelzoo, Indoor-Spielplatz, Restaurant, Bowlingbahn und Lasertag-Anlage. Geschäftsführer Maarten Reimes hat uns herumgeführt und alles gezeigt. Die Jungs durften drinnen den Mini-Hai und die Piranhas bestaunen und draußen die Fische und Lamas füttern.

Ein sehr schön gestaltetes Areal, in dem Kinder bei jedem Wetter gut beschäftigt sind. Unsere haben allein eine halbe Stunde am Wasserspielplatz verbracht. Das Besondere: Hier ist alles behindertengerecht gestaltet, sogar beim Bowling und Lasertag können Besucher im Rollstuhl mitmachen. Die ganze Anlage ist gut durchdacht und liebevoll gestaltet. Kinder bis 90 cm spielen hier kostenlos, Erwachsene mittwochs, donnerstags und freitags ebenfalls. Kinder ab 90 cm zahlen 6 Euro Eintritt und Erwachsene am Wochenende 5 Euro. Bowling und Lasertag kostet extra.

Mittags führt uns der Weg dann ein paar Orte weiter nach Ruurlo. Die Boerderij De Heikamp ist ein ehemaliger Bauernhof und ein  Pfannkuchenrestaurant, das 2017 und 2018 für den „besten Pfannkuchen der Niederlande“ ausgezeichnet wurde. Prämiert wurde der „Dwars door de Moestuin“, ein Pfannkuchen  mit historischen Gemüsesorten. Zu bestellen im Restaurant für 15,75 Euro.

Besitzer Bert van Zijtveld verrät uns sogar das Geheimnis seiner Pfannkuchen: „Wir bauen unser Mehl selbst an und verwenden die Eier hier aus der Nachbarschaft.“ Und tatsächlich: Wir nehmen eine Tüte des Mehls mit nach Hause und merken beim Nachbacken der Pfannkuchen: Das ist wirklich ein besonderes Mehl, viel stückiger und gehaltvoller als das herkömmliche aus dem Supermarkt.

Im Restaurant bestellen die Kinder Pfannkuchen mit Puderzucker. Nach den ersten paar Bissen das Urteil des Achtjährigen: „Dieser Pfannkuchen schmeckt so gut. Ich möchte ihn am liebsten küssen.“ Ein besseres Kompliment kann es ja wohl kaum geben.

Wir sind satt und müssen uns bewegen. Also wandern wir (die Kinder mit passender Zwergenmütze von De Heikamp) durch den Wald von Ruurlo auf der Wouter-Winzig-Route. Das ist die Zwergenwanderung, eine Wanderstrecke die extra für Kinder mit kleinen Holzzwergen ausgezeichnet wurde. Diese Route dauert etwa eine gute Stunde ist auch schon für kleine Kinder optimal geeignet. „Da ist wieder einer!“: Die Jungs hatten viel Spaß, den Zwergen zu folgen.

Auf einer kleinen Lichtung bauen sie dann spontan ein großes Tipi aus Stöcken und Blättern – und wir Eltern können mal wiedereine halbe Stunde entspannen. Wie so oft während dieses wirklich tollen Wochenendes in Gelderland. Es ist schön zu sehen, wie viel Spaß die Kinder im Wald haben. Ganz ohne Smartphone, Tablet und Co sind sie völlig vertieft in das Bauen ihres Zeltes aus Stöcken. Irgendwann machen wir uns auf in Richtung Labyrinth Doolhof Ruurlo. Auch hier lässt sich mit Kindern locker ein halber Nachmittag verbringen. Einen Kletterpark gibt es hier auch noch, der besonders für ältere Kinder und Jugendliche interessant ist.

Zurück auf Marveld genießen wir am nächsten Tag das Freibadwetter. In dem großen Außenbad auf dem Platz gibt es zwei riesige Wasserspielplätze für Kinder und eine große Liegewiese für Erwachsene. Die Sonne scheint und wir können immer noch kaum glauben, dass wir nur anderthalb Stunden von zu Hause entfernt sind. Kurz vor der Einfahrt zum Marveld-Ferienpark liegt das Café Grolzicht. Ein Café mit riesigem Spielplatz und großer Außenterrasse. Hier trinken die Eltern in Ruhe Cappuccino, während sich die Kids stundenlang auf den Trampolinen, der Hüpfburg, der Riesenwippe und der Seilbahn austoben.

Doch auch dieses fabelhafte Wochenende geht irgendwann mal zu Ende. Auf dem Rückweg nach Köln besuchen wir noch den Königlichen Burgers Zoo in Arnheim. Kinder bis 3 Jahre haben freien Eintritt, Kinder bis 9 zahlen 19,50 Euro und alle anderen 22,50 Euro. Wer die Tickets online bestellt, spart jeweils einen Euro.

Unser erster Eindruck: Hier ist alles grün, beim Hindurchschlendern meint man fast, im Dschungel gelandet zu sein. Beim genaueren Hinschauen haben wir das Gefühl, das in diesem Tierpark wirklich auf das Wohl der Tiere geachtet wird, was man ja leider nicht von jedem Zoo behaupten kann. Zum Beispiel bei den Löwen und Giraffen: Die Tiere haben weitläufige Gehege und die Besucher können sie von einer großzügigen, langgestreckten Aussichtsplattform beobachten. Aber so, dass sich die Tiere nicht gestört fühlen. Die Affen dagegen gehen freiwillig mit den Kindern auf Tuchfühlung: Dass eine Glasscheibe Mensch und Tier trennt, ist auf den Fotos kaum zu sehen.

Ein besonderes Highlight ist der Bereich „Ocean“: In dem riesigen Aquarium gibt es nicht nur unzählige Fischer und Wasserpflanzen, sondern auch viele verschiedene Hai-Arten zu bestaunen. Sehr gut gefallen haben uns auch die Spielplätze im Zoo. Und auch das Hauptrestaurant ist sehr familienfreundlich gestaltet. Der Zoo ist für einen Familien-Ausflug ideal. Hier sollte man wirklich einen ganzen Tag einplanen, um alles ganz in Ruhe entdecken zu können.

Wir machen uns auf den Rückweg nach Köln und sind begeistert von dieser Region, die uns vor dieser Reise völlig unbekannt war. Gelderland und die Region Achterhoek haben für Familien so viel zu bieten, dass ein Wochenende eigentlich viel zu kurz ist.

Herzlichen Dank an die Agentur mediamixx.eu und an den deutsch-niederländischen Verband Euregio und das-andere-holland.de, für die Organisation dieser Reise.

 

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