Mit Kind zum Keukenhof (Kooperation)

Familienporträt Keukenhof

Wir sind große Holland-Fans. Und haben uns deswegen sehr gefreut über die Einladung vom Niederländischen Büro für Tourismus und Convention, den Blumenpark Keukenhof und die Region rund um Noordwijk mit Kind zu entdecken. Wir hatten drei wundervolle Tage mit Tulpen, Fahrradfahren, leckerem Essen, niederländischer Kultur und Strand. Hier kommt unser Wochenende in Bildern:

tulpen pflücken im feld

Von Köln nach Noordijk an Zee braucht man mit dem Auto gute drei Stunden. Unsere erste Station war der Ort Hillegom, etwa 11 Kilometer von Noordwijk entfernt. Hier liegt Annemiekes Pluktuin, ein riesiges Tulpenfeld zum Selberpflücken. Kinder können hier völlig frei durch die Felder streifen, und die Blumen mitnehmen, die ihnen gefallen. Mich hat das an unser deutsches Erdbeerpflücken erinnert. Pieter Damen, der Mann von Annemieke, hat uns erklärt, wie es geht: Die Blumen möglichst nah am Boden pflücken, wenn eine Zwiebel rausfällt, einfach liegen lassen (sie werden nach der Saison von Schafen aufgemampft,  „Recycling also“ wie Pieter sagt). Wenn die Zwiebel am Stengel bleibt, auch gut. Eine Tulpe kostet 20 Cent. Es ist gar nicht so leicht, die Blumen zu pflücken, man muss schon ziemlich kräftig ziehen. Am Ende hatte unser Dreijähriger einen schönen bunten Strauß zusammen und war begeistert. Während wir auf dem Feld waren, kamen noch drei andere Familien, die Pluktuin scheint sehr beliebt bei Kindern zu sein.

bungalow vakantiepark duinrust

Dann ging es weiter zu unserer Wochenend-Unterkunft am Rand von Noordwijk. Wir haben im Vakantiepark Duinrust übernachtet, ein sehr gepflegter und ruhiger Bungalowpark (Duinrust heißt Dünenruhe). Mein Mann fand es toll, dass wir mit unserem Auto direkt vor unserer Haustür parken konnten und auch sonst war unser Ferienhaus sehr luxuriös: mit einer eigenen Spülmaschine! So etwas habe ich in einer Ferienwohnung noch nie erlebt, normalerweise muss man ja jeden Löffel und jeden benutzten Teller von Hand spülen. Die Bungalows sind erst zwei Jahre alt und sehr stilvoll eingerichtet: Ledercouch, weiße Küche, Flachbild-TV, schöne große Terrasse. Wir haben uns hier wirklich sehr wohl gefühlt, denn ganz ehrlich, in solch einem schönen Ferienhaus waren wir noch nie. Fünf Leute haben hier viel Platz mit zwei Schlaf- und einem geräumigen Wohnzimmer. (Auf dem Foto unten sieht man übrigens unsere Tulpenausbeute von Annemieke).

bungalow duinrust

Fahrrad mit Anhänger

Fanny van den Burg und ihre Familie vom Vakantiepark war so nett, uns zwei Leihfahrräder mit einem Kinderanhänger (in dem es sich auch prima schlafen lässt, siehe Foto oben) zur Verfügung zu stellen. Und mit denen sind wir direkt am nächsten Morgen losgedüst, um 9 Uhr stand eine Führung durch das Blumenparadies Keukenhof an. Von unserer Unterkunft aus waren das gute 9 Kilometer, und das ging super mit dem Anhänger. Fahrradfahren mach in den Niederlanden einfach Spaß, die Wege sind perfekt ausgebaut und dank des cleveren „Knooppunkt-Systems“ muss man auf seiner ausgewählten Route immer nur nach bestimmten Zahlen Ausschau halten (zb. 42-80-48-40-49 von Noordwijk zum Keukenhof) und schon ist man da. Das klappt wirklich gut.

Tulpen im Keukenhof

Den Anhänger haben wir dann in den Park mit reingenommen, was auch eine gute Sache war. Denn der Keukenhof ist riesig. 32 Hektar, 15 Kilometer Spazierwege, da war so ein Gefährt zum Schieben für Zwischendurch ideal. Der Blumenpark ist wirklich beeindruckend, wir waren zum ersten Mal da. Imposant, wie liebevoll und akkurat alles von den rund 40 Gärtnern gestaltet worden ist. Zehn Monate Arbeit für eine knapp zweimonatige Blumenausstellung, die von Menschen aus der ganzen Welt besucht wird. 16 Euro kostet der Eintritt.

Überall Handys und Kameras

Angeblich ist der Keukenhof der meistfotografierte Ort der Niederlande, und das glaube ich sofort, bei der extrem hohen Selfie-Stick-Dichte, die dort herrscht. Es scheint, als sei jeder zweite Gast dort nur mit seiner Handykamera beschäftigt. Sind ja auch schön, die Porträts inmitten von einem Feld blühender lila Hyazinten oder rot-gelben Tulpen. „Eigentlich darf man hier nicht auf den Rasen treten“, hat mir Patricia Jelgerhuis gesagt, die seit 14 Jahren Besucher durch den Blumenpark in Lisse führt. Aber für ein gutes Foto treten die Touristen inzwischen dort fast überall hin. Dabei ist es eigentlich unmöglich, die ganze Pracht mit der Linse einzufangen, das muss man schon selber sehen. Sieben Millionen blühende Blumenzwiebeln, alle von Hand in die Erde gesetzt. Der Park ist perfekt gepflegt, alles wirkt sehr durchdacht und harmonisch.

fluss aus muscari

Auch für Kinder hat der „Küchengarten“, was Keukenhof übersetzt heißt,  viel zu bieten. Der Spielplatz ist sehr groß und hat ein riesiges Holz-Klettergerüst aber auch kleine Schaukeln und Rutschen, für jedes Alter also etwas. Eine Stunde hier bringt wahrscheinlich mehr als in einer bilingualen Kita, denn hier hören die Kinder Englisch, Französisch, Niedeländisch und Japanisch, und das alles zur gleichen Zeit. Direkt am Spielplatz ist ein Cafe, wo es leckere Poffertjes gibt (die Mini-Pfannkuchen, 20 Stück für 7,50 Euro). Wir saßen in der Sohne und schauten unserem Sohn ganz entspannt beim Klettern und Rutschen zu. Herrlich. Ein paar Meter weiter ist der Streichelzoo mit Hühnern, Hasen, kleinen Schweinen und anderen Tieren.

spielplatz keukenhof

Unserem Mini hat der Irrgarten fast am besten gefallen. Ein grünes Labyrinth, in dem man wunderbar fangen und verstecken spielen kann. Letzeres sogar so gut, dass ich ihn irgendwann wirklich nicht mehr gefunden habe. Zumindest für die anderthalb Minuten, in dem ich rufend durch die Grünanlage lief. „Are you looking for a little boy? He is hiding over there in the corner“, sagte dann irgendwann ein freundlicher Engländer zu mir. „Ich hab doch Piep gesagt die ganze Zeit“, meinte mein Sohn und lief fröhlich weiter durch die grünen Hecken. Was für ein Spaß.

irrgarten keukenhof

Irgendwann hatten wir dann Hunger und haben uns einen Pavillon zum Mittagessen gesucht. Es schien, als hätte mindestens die Hälfte der Besucher gerade genau die gleiche Idee gehabt, die Schlangen an den Restaurants waren lang. Aber wir wussten ja, dass es an einem Samstag dort nicht einsam sein würde. Mit dem Keukenhof ist es nämlich genau so wie mit dem Oktoberfest: Wer am Wochenende kommt, ist selber schuld. Wer es ruhiger mag, sollte unter der Woche in den Abendstunden kommen. Führerin Patricia erklärte mir: „Wenn ich mit meinen Freunden komme, sind wir meist gegen 16 Uhr hier. Dann fahren die ersten Busse schon langsam wieder ab und wir können den Park in Ruhe genießen.“ Die Blumenschau ist noch bis zum 16. Mai bis 19.30 Uhr täglich geöffnet, die Kasse schließt um 18 Uhr.

blumenfelder bei noordwijk

Zurück ging es dann wieder mit den Rädern, vorbei ein blühenden und duftenden Blumenfeldern. Die Region rund um Noordwijk heißt die „Bollenstreek“ und ist weltberühmt für ihre Blumenzwiebeln. Da entlangzuradeln ist wirklich ein Erlebnis für die Sinne, zumindest jetzt, wenn alles wunderschön blüht. Am späten Nachmittag wollte ich eigentlich noch an den Strand, der nur 800 Meter von unserem Bungalow entfernt ist, aber unser Sohn wollte unbedingt den Spielplatz im Vakantiepark Duinrust erkunden. Auch gut, auf dem überdachten Klettergerüst ließ es sich nämlich auch prima bei dem kurzen Regenschauer aushalten, der uns dann erwischt hat. Vom Wetter hatten wir an diesem Wochenende alles: Wind, Sohne, Regen – typisch April. Das Schöne ist, dass es an der Küste immer wieder schnell aufklart, Schirme haben wir nicht gebraucht. Um Mütze und Schal war ich allerdings froh, vor allem auf dem Rad.

spielplatz im bungalowpark

Zeemeuw Strandpavillon

Denn zu unserem Abendessen sind wir schon wieder auf die „fietsen“ gestiegen, wir haben uns fast schon gefühlt wie richtige Holländer. Unser Ziel war der Strandpavillon „De Zeemeeuw“ in Noordwijk, der vergangenes Jahr zum besten der Niederlande gekürt worden ist. Das Cafe-Restaurant ist sehr gemütlich eingerichtet. Auf fast jedem Quadratzentimeter im Inneren hängt ein hübscher, maritimer Deko-Artikel, fast so wie in den stilvollen Dekoläden, die ich bei jedem Hollandbesuch bewundere. Und der Pavillon war gerammelt voll, am Samstagabend war jeder Tisch im Inneren des Lokals besetzt, auch viele Niederländer gehen hier regelmäßig essen.

pavillon zeemeeuw

Besondes lecker fanden wir die Spareribs, die eine ganz tolle süße Marinade hatten. Und natürlich das Kindermenü, denn hier bekommen Kinder eine eigene Speisekarte. Mein Sohn hatte sich für Scholle mit dicken Pommes entschieden und den Fisch auch tatsächlich komplett aufgegessen. Ein Erwachsenen-Drei-Gang-Menü kostet hier 28,50 Euro, ein Hauptgericht zwischen 16 und 19 Euro, das sind die normalen Holland-Urlaubs-Preise. Als ich meinen Nachtisch aufgegessen hatte, war ich wirklich froh, dass wir danach noch 5 Kilometer zu radeln hatten: Sehr lecker die creme brulee.

nachtisch im strandpavillon zeemeuw

Am Sonntag lachte uns dann endlich mal dauerhaft die Sonne an und für uns hieß es nach einem kurzen Abstecher auf den Markt am Noordwijker Leuchtturm: ab zum Strand. Da das Piratenschiff beim Strandpavillon am Vorabend „so toll“ war, machten wir uns also nochmal auf zur „Zeemeeuw“. Eine gute Entscheidung. Das Kind spielte auf dem geschätzt 40 Meter langen hölzernen super-duper Piratenschiff und wir Eltern genossen einen ruhigen Capuccino. In dicker Jacke, aber mit Blick Richtung Dünen zur Sonne. Ach, was ist Holland doch schön. Am Strand dort finde ich es jedes Mal paradiesisch. Und unglaublich, wie kinderfreundlich alles ist. Nie hat man das Gefühl, zu stören, alles ist locker und entspannt.

spielplatz zeemeuw

Irgendwann sind wir dann ab zum Wasser, mein Sohn hatte nochmal Glück, denn an diesem Tag wurde ganz viel glitzernder, weißer Schaum angespült. Perfekt zum Sand-Schaum-Burgen bauen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie wenig ein Kind braucht, um happy zu sein: Eine Schaufel und ein bisschen Sand und schon ist das Glück perfekt.

in noordwijk am strand

Beendet haben wir unser Wochenende dann doch noch mit ein wenig Kultur: Im Museum Noordwijk (direkt in der Ortsmitte) hat gerade die Ausstellung „150 Jahre Bade- und Blumenort Noordwijk“ eröffnet. Wir waren unter den ersten Besuchern und konnten uns antike Strandkörbe und Badeanzüge anschauen. Die Ausstellung ist wirklich liebevoll gemacht, Zeichnungen von früher und Fotos von heute von ein und demselben Haus, Ort oder Strandabschnitt zeigen eindrucksvoll den Wandel der Zeit. Wer an der Geschichte des bekannten Badeorts interessiert ist, sollte sich die Ausstellung unbedingt ansehen, sie läuft noch bis zum 11. September.

ausstellung museum noordwijk

Mit einem leckeren „Matjes-Brodje“ im Bauch ging es dann auch schon wieder zurück Richtung Köln, das Wochenende ist nur so verflogen. Vielen Dank an Noordwijk Tourismus und an das Niederländische Büro für Tourismus und Convention für die  professionelle Organisation der Reise und die vielen interessanten Einblicke. Wir kommen definitiv wieder!

Mehr Infos über die Region rund um Noordwijk gibt es hier

Mehr „Wochenenden in Bildern“ findet ihr im Blog „geborgen wachsen„.

 

 

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Ein Gedanke zu “Mit Kind zum Keukenhof (Kooperation)

  1. Pingback: Die holländischen Hansestädte mit Kind (Kooperation) | mamachillt

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