Ab wann macht ein Hochbett Sinn?

Hochbett Stuva Ikea

Mein Sohn (4) hat seit Weihnachten ein neues Bett. Ein Hochbett. Er hat sich beim Ikea-Besuch in „Stuva“ sofort und kolossal verliebt. „Ein Kinderbüro!“ rief er aus. Denn vor allem der Schreibtisch unter dem Bett hat es ihm angetan. Das Bett an sich hat ihn nur nebenbei interessiert. Tja, und jetzt hat ihm das Christkind tatsächlich dieses Bett gebracht, denn er brauchte nach den Jahren im Babybett tatsächlich ein neues. Die große Schlafstätte ist praktisch und hübsch, doch offiziell ist sie erst für Kinder ab 6 Jahren gedacht. Und auch ich bin zweigeteilter Meinung über das neue Riesenmöbel im Kinderzimmer.

Einerseits ist es natürlich toll. Das Zimmer wirkt jetzt ganz anders, viel wohnlicher. Vor allem der Schreibtisch unten drunter ist praktisch. Dann brauchen wir in anderthalb Jahren, wenn die Schulglocken läuten, schon mal keinen mehr kaufen. „Ein Büro wie Papa!“ das war es, was der Sohn unbedingt wollte. Insgesamt ist das Bett sehr stabil und gut durchdacht, mit Kleiderschrank und Regal an der Seite sehr platzsparend. Gekostet hat es tutti kompletti ungefähr 500 Euro, inklusive Matratze, Nachtlampe und Drehstuhl für den Schreibtisch. Alles vom Möbelschweden aus Köln.

Flexibel ist das Bett nicht. Aber groß

Der Nachteil: Umbauen lässt es sich nicht. Das Bett bleibt immer 1,90 Meter hoch. Das Bettbeziehen wird so zur kleinen Sporteinheit zwischendurch, ich habe es schon ausprobiert. Freunde von uns haben Kinderbetten von Flexa gekauft, diese lassen sich hoch und runter bauen, ganz wie es dem Kind beliebt. Sie sind allerdings auch ungefähr doppelt so teuer.

Bisher schläft der Sohn gut in dem weißen Riesending und ist natürlich total happy. Mir hatte im Vorhinein vor allem das Thema „Rausfallen“ Sorgen gemacht. Der Sohn einer Bekannten hatte eine Gehirnerschütterung nach einer wilden Tobeaktion, bei der er vom Hochbett gestürzt ist. Tatsächlich passieren Stürze von Hochbetten sehr häufig, Kinderärzte und Notfallambulanzen können ein Lied davon singen. Deswegen haben wir unserem Sohn eingeschärft: Im und auf dem Bett wird nicht gespielt und getobt, nur geschlafen. Bisher hält er sich daran. Aber Beulen passieren auch anders: Gestern hat er sich beim Kissenaufschütteln den Kopf an der Decke gestoßen. Ups. War aber halb so wild, ich habe ihm eine verpackte Mozzarella-Kugel zum Kühlen gegeben. Unser Kühlpad aus der Apotheke hatte im alten Jahr den Geist aufgegeben.

Mein Mann war so clever, ein zusätzliches Gitter an das Bett zu schrauben, ihr seht es im Bild. Es ist das Gitter des alten Kinderbettes. Als Rausfallschutz ziemlich effektiv. Der Sohn fühlt sich beim Schlafen jetzt zwar wie ein Tiger im Zookäfig, aber Sicherheit geht eben vor 🙂

Das Ins-Bett-Bringen ist jetzt anders

Nur mit einer Sache hadere ich noch: Das Ins-Bett-Bringen ist nicht mehr so gemütlich. Früher habe ich ihm vor dem Einschlafen im Bett vorgelesen und dann haben wir noch eine kurze Runde gekuschelt. So wie es sich gehört. Jetzt lesen wir gemeinsam auf dem Teppich vor dem Bett, dann steigt der Sohn die Leiter hoch und verschwindet in seinem Riesenbett. Ich stelle mich dann manchmal  auf den Mini-Drehstuhl (wie war das mit der Sicherheit, ähem) und gebe ihm noch einen Kuss durchs Löwengitter. Gut, das Ins-Bett-Bringen geht jetzt schneller. Trotzdem ist es schade, diese kleine Auszeit vor dem Einschlafen fand ich immer besonders schön.

Aber so ist es eben, das Kind wird älter und hat jetzt sogar schon sein eigenes Büro 🙂  Und insgesamt bin ich auch froh über das neue Bett, weil es wirklich platzsparend-praktisch ist. Mal sehen, wie lange es ihm gefällt, oder ob er sich irgendwann wieder ein tiefes Bett wünscht. Wahrscheinlich mit 16, aber dann brauch ich ihm mit Einschlafkuscheln auch nicht mehr kommen.

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch.

Christina

 

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4 Gedanken zu “Ab wann macht ein Hochbett Sinn?

  1. Liebe Christina, das neue Hochbett sieht super aus. Wie rührend, dass sich euer Sohn ein Büro wie Papa wünschte. Dass das Zubett-Bringen nicht mehr so kuschelig ist, kann ich aber gut nachvollziehen. Bei Betten wie im Leben gilt nach Karl Kraus: Im Zweifel entscheide man sich für das Richtige. Herzliche Grüße und ein glückliches neues Jahr! Uta

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