Ein Wochenende in Renesse mit Kind

Der Herbst kommt. Die ideale Zeit also, um noch einmal kurz in mein Lieblingsland Holland zu fahren und den Sommer ein bisschen zu verlängern. In Zeeland, direkt am Meer, geht das ziemlich gut, denn hier gibt es die meisten Sonnenstunden der Niederlande. Wir hatten auch jetzt Ende September mal wieder (fast schon unverschämtes) Glück: drei Tage Sonne pur am Stück. Diesmal waren wir in Renesse und haben viele Orte und Ecken erkundet, die vor allem für Kinder interessant sind. Hier kommt mein Wochenende in Bildern:

Knapp 300 Kilometer sind es von Köln bis nach Renesse an die Küste. Am Freitag haben wir das in etwa vier Stunden geschafft. Unser Wochenend-Domizil: Der „Strandpark de Zeeuwse Kust“, eine sehr hübsche, gepflegte Anlage mit großem Spielplatz und Piratenschiff-Schwimmbad inklusive. Bis zum Strand ist es von hier nur ein kurzer Spaziergang, einmal aus der Anlage, über die Straße und den Deich und schon ist man am Wasser.

Ein Holzbett mit Sternen

In der Familiensuite fand mein Sohn sein Holz-Hochbett mit den Sternen und Fensterflügeln besonders toll.  Der gesamte Strandpark ist dekomäßig sehr hübsch eingerichtet, typisch niederländisch, maritim mit viel Holz, einfach schön und stilvoll.

Am Samstagmorgen hieß unser Ziel: der Deltapark Neeltje Jans in Vrouwenpolder. „Ein Muss für alle Besucher in Zeeland“, finden die Niederländer. Hier lässt sich das berühmte Sturmflutwehr besichtigen, das zwischen 1976 und 1986 gebaut wurde und vor 32 Jahren feierlich von Königin Beatrix eingeweiht wurde. Kosten: 2,5 Milliarden (!) Euro. Die riesige Anlage dient dazu, die Provinz Zeeland vor Überschwemmungen zu schützen, denn bei hohem Wasserstand trennt es den Meeresarm Oosterschelde von der Nordsee ab. Seit seiner Inbetriebnahme war das Wehr 27 Mal im Einsatz. Bei einer Führung durch das Wehr sieht und erlebt man die beeindruckend durchdachte Ingenieurskunst hier aus nächster Nähe.

Und auch für Kinder wird im Deltapark viel geboten. Unter anderem eine Seehundshow, eine Windmaschine und ein riesiger Wasserspielplatz. Mein 6-Jähriger fand vor allem die Rutsche mit den kleinen roten Gummibooten super.

Muscheln werden hier mit Pommes serviert

Mittag gegessen haben wir ein paar Schritte außerhalb des Parks, im Restaurant „Proef Zeeland“. Hier gab es auf der Sonnenterrase einen riesigen Topf frische Muscheln und eine fast ebenso so große Portion Kibbeling – natürlich mit Pommes, denn, hey, wir sind in Holland. Von der Terrasse aus blickt man direkt auf  die Muschelkutter. Unser Fazit: Absolut gut. Ich musste leider immer weiter essen, auch als ich eigentlich schonsatt war. Denn die Pommes wurden mit drei sehr leckeren Soßen serviert: klassischer Mayo, einer Senfsauce und einer Art Aioli. Danach dachte ich kurz, ich muss platzen. Aber solch ein Pommes-Overkill gehört zu einem Trip in die Niederlande ja fast schon dazu.

Zum Glück hatten wir danach die Möglichkeit, uns ein bisschen zu bewegen. Im Kletterpark „Klimbos Zeeuwse Helden“ in Burgh-Haamstede gibt es Routen für Kinder ab 5 Jahren und für Erwachsene. Wir fanden: Der Kinderparcours ist gar nicht so harmlos, wie sich der Name vielleicht anhört. Mein Sohn und sein Freund hatten großen Spaß, sich durch Netze, Reifen und über Seile zu hangeln – immer doppelt gesichert natürlich. Jedes Kind bekommt hier eine professionelle Einweisung. Ein schöner Ausflug für Familien, mitten im Wald. Wer mag, geht danach noch eine längere Runde spazieren auf dem extra für Kinder angelegten „Kabouterpad“, dem Zwergenpfad zum Beispiel.

Schwimmbad mit Piratenschiff

Uns zog es aber zurück in den Strandpark, denn mein Kind wollte unbedingt noch das hoteleigene Schwimmbad von innen besichtigen. Das Piratenschiff lässt sich von der Hotelbar aus nämlich gut einsehen – und es ist tatsächlich ein kleines Kinderparadies. Mit  zwei Rutschen, vielen Fontänen, kleinen Springbrunne und einem großen Kübel, der sich alle paar Minuten über den Schwimmbadbesuchern entleert.

Gegen 18 Uhr haben wir uns dann aufgemacht zu einem Strandspaziergang entlang des Wassers und der Dünen. Eines der tollen Dinge an Holland ist ja, dass es hier überall schnuckelige Strandpavillons gibt, in denen man nicht nur Kaffeetrinken, chillen und Meer gucken, sondern auch gut essen kann. Unsere Wahl ist auf „Perrys“ gefallen, zu Fuß etwa 40 Minuten entfernt vom Hotel, wenn man mit Kindern läuft. Hier haben wir den Samstag mit einem Glas Weißwein ausklingen lassen und konnten durch das Fenster das wunderschöne Abendlicht über der Nordsee beobachten – den in Rot und Rosa getauchten Himmel beim Sonnenuntergang. Die Kinder kamen immer nur kurz zum Essen und Trinken hinein, denn sie waren viel zu beschäftigt mit dem Spielen draußen im Sand und auf dem Spielplatz des Pavillons.

Ein Sonntag auf dem Sonnendeck

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück dann ähnlich entspannt weiter. Wir sind etwa zehn Minuten zum Hafen Burgsluis gefahren, denn auf unserem Plan stand die sonntägliche Familien-Bootsfahrt auf der „MS Onrust“ durch die Oosterschelde. Wie so oft an diesem Wochenende konnten wir auch hier wieder die Sonne genießen, diesmal auf dem Oberdeck des Schiffes. Für die Eltern gab es Cappuccino, für die Kinder Kakao und für alle den Blick auf ganz viele Seehunde (mit dem Fernglas, das man hier gratis ausleihen kann) und auf Vögel (aus nächster Nähe). Anderthalb Stunden hat die Tour gedauert, zwischendurch haben wir fast vergessen, dass es tatsächlich schon Herbst ist, so warm war es auf dem Sonnendeck.

Danach haben wir uns auf den Weg nach Burgh Haamstede gemacht. Hier steht die „Pannekoekenmolen de Graanhalm“, eine typische niederländische Windmühle. Und wir hatten das Glück, sie an diesem Tag von innen besichtigen zu dürfen. Müller Piet Jan hat uns herum geführt und gezeigt, wie hier noch auf ganz klassische Art das Korn zu Mehl gemahlen wird. Wirklich interessant.

Wir konnten sogar nach ganz hoch oben gehen bis direkt unter die riesigen Mühlräder. Hier wird seit 40 Jahren Vollkornmehl gemahlen, das „Zeeuwse Vlegel“ heißt und unten im Restaurant direkt für die Pfannkuchen verwendet wird. Diese mussten wir dann natürlich sofort testen. Mein Kind mit Nutella, ich mit frischen Champignons, Käse und Paprika. Draußen gibt es einen großen Spielplatz für die Kinder, mit Karrussel, Schaukeln und vielem mehr.  Kein Wunder, dass an diesem Sonntagnachmittag die Familien Schlange standen, um im Restaurant noch einen Platz zu ergattern. „Zu uns kommen sehr viele deutsche Gäste. Darüber freuen wir uns, weil sie meistens auch sehr an unserer Mühle interessiert sind“, findet Müller Piet Jan. Wir fanden auch sehr spannend, solch eine große Windmühle mal von innen und in Aktion zu sehen.

Ein gelungener Abschluss eines sehr schönen Wochenendes, denn nun war es Zeit, uns auf den Weg zurück in Richtung Köln zu machen. Die Fahrt ging ohne Stau und Lkw diesmal schneller, in etwa drei Stunden waren wir zu Hause.

Ein Herzliches Dankeschön an Corine Konings und Julian Binn von der Agentur Mediamixx, die diese Holland-Reise für uns organisiert und begleitet haben sowie an Sonja van der Voet vom VVV Zeeland.

Sehr schön fand ich, dass ich an diesem Wochenende zwei weitere nette Blogger-Kolleginnen kennenlernen durfte, nämlich Anja von bullitour.com und Alina von lieblingichbloggejetzt.de sowie einige weitere Journalistinnen aus NRW.

Grüße an euch und vielleicht ja bis bald  – in Zeeland oder an einem anderen Ort in Holland.

Tot ziens,

Christina

 

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