Gratis, gesund und gute Laune fördernd: Unser Nachmittag im Wald

Diese Woche war sooo tolles Herbstwetter: Sonnenschein und milde Luft. Mein Plan: Endlich mal wieder raus in den Wald. Mein Sohn: „Nein, ich will nicht! Auf.Gar.Keinen.Fall!“ Warum wir dann doch noch einen traumhaften Nachmitag hatten, lest ihr hier:

 

Wald? Finde ich toll. Ich gehe gerne wandern und spazieren und finde es super, im Wald zu sein. Die Bäume, die Luft, die Blätter … Das habe ich diesen Herbst viel zu wenig gemacht. Als diese Woche nachmittags die Sonne auch noch so wunderschön schien, hab ich mir gedacht, als ich zur Schule lief, um meinen 6-Jährigen abzuholen: Heute gehen wir endlich mal wieder in den Wald. Ich finde, dass unsere Kinder ja eh viel zu viel drinnen sind und dass die Natur der beste Spielplatz ist.

Sitzstreik in der Wohnung

Mein Sohn wollte nach der Schule erst eine Hexe malen. Unbedingt die, und nichts anderes. Na gut, haben wir ganz in Ruhe auf unserem Wohnzimmerteppich gemacht. Und dann frohlockte ich: „Und jetzt gehen wir raus in den Wald!“ „Neeeiiiiinnnnnn!!!“, brüllte da mein Erstklässler. „Ich will nicht!!! Auf gar keinen Fall!“ Es war ihm ernst. Er hat einen richtigen Sitzstreik vor unserer Wohnungstür veranstaltet. „Ich mag nicht. Nein! Ich hab keine Lust!“ Und ich dachte nur: „Hmm, wir waren offenbar schon viel zu lange nicht mehr im Wald, wenn er hier und heute so einen Terror macht.“

Sein Gezeter half aber nicht. Ich blieb konsequent und setzte mich durch. Dieses Mal war es mir wirklich wichtig, der Herbsttag war einfach zu schön. Mein Kind moserte auf dem Auto-Rücksitz vor sich hin. Am Waldparkplatz angekommen, wurde er sogar noch erfinderisch: „Mama, mein Bein tut weh, ich kann nicht laufen!“ Sie versuchen es mit allen Tricks, diese 6-Jährigen.

„Komm, lass uns verstecken spielen!“

Ich versuchte, mich unbeeindruckt zu zeigen, und ging auf dem Waldweg schon mal ein paar Schritte voraus. Grummelnd stapfte das Kind in brauner Jeans und dunkelblauer Jacke hinter mir her. „Komm, wir spielen verstecken“, rief ich ihm zu – nach vier Minuten weiteren Gequengels. Erst versteckte er sich noch ziemlich lustlos hinter einem umgekippten Baum. Aber dann kehrte seine Lebensfreude und sein Lachen endlich zurück. „Mama, jetzt zähle ich!“, rief er begeistert. Kein Wunder. Verstecken spielen im Wald ist wunderbar. Überall Blätter, Bäume, Lichtungen. Wir hatten wirklich Spaß. Auch dann noch, als ich mit meinen Turnschuhen komplett im Matsch eingesunken war.  „Nochmal, nochmal“, kreischte er. Gefühlte 12 Runden haben wir gespielt. Und manchmal war es wirklich nicht so leicht, ihn zu finden, seine Verstecke wurden immer ausgefeilter.

Ausgepowert an der frischen Luft

Ja, ich hatte gewusst, nein, ich hatte gehofft, dass er im Wald Spaß haben würde. Auch wenn er anfangs sehr gemotzt hat. Manchmal wissen Eltern eben doch, was gut ist für ihre Kinder. Ein Nachmittag im Wald macht Spaß, es ist gratis, es ist gesund und gleichzeitig gute-Laune-fördernd. Danach waren wir richtig gut ausgepowert und haben zum Abschluss im nahegelegenen Brauhaus noch einen Flammkuchen gegessen. Ein wunderschöner Mutter-Sohn-Tag.

Ich kann im Wald super auftanken. Es tut einfach gut, in der Natur zu sein, gerade wenn man ansonsten viel im Büro oder Schreibtisch sitzt. Und diese Leidenschaft möchte ich auch meinem Sohn vermitteln. Kinder und Wald, das passt einfach perfekt. Stöcke sammeln, ein Tipi aus Ästen bauen, Blätter und Moos erforschen –  man kann so vieles machen dort. Wir werden das jetzt wieder öfter tun. Auch im November und Dezember. Und hoffentlich beim nächsten Mal ganz ohne Sitzstreik.

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4 Gedanken zu “Gratis, gesund und gute Laune fördernd: Unser Nachmittag im Wald

  1. Ich finde schön, wie du eine Führungssituation beschreibst. Gerade denke ich sehr viel darüber nach, über die vielen bedürfnisorientieren Eltern, die es gerade in gebildeten Kreisen immer mehr zu geben scheint. Mit einer Kollegin habe ich mich neulich darüber unterhalten, dass vor einem Jahrzehnt noch Eltern dafür sensibilisiert werden mussten, mehr auf die Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen. Heute ist es häufig umgkehrt nötig, Eltern wieder mehr dazu zu motivieren, Führung zu übernehmen.

    Danke für deinen Beitrag!

    Herzliche Grüße,

    Uta

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    • Danke Uta für deinen Kommentar.
      Ja, da hast du Recht.
      Ich habe mir auch schon öfter überlegt, woran das liegt, dass unserer Generation diese Führung im Alltag oft so schwer fällt. Unter anderem wohl deswegen, weil wir es in unserer Kindheit in den 70ern und 80ern noch ganz anders und weniger liebevoll erlebt haben. Im Bett der Eltern schlafen zum Beispiel wäre damals, zumindest in meiner Kindheit, undenkbar gewesen.
      Daher wollen viele von uns es heute anders machen – und machen dann eben wieder andere Fehler.

      Elterliche Führung ist wichtig, das habe ich als Mutter gelernt in den letzten Jahren. Kinder brauchen Halt und Struktur – aber eben auch Lockerheit und Leichtigkeit. Da jeden Tag aufs Neue eine gute, tragfähige Mischung zu finden ist mit das Spannendste am Elternsein.

      Liebe Grüße an dich,
      Christina

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    • Danke dir Biki, das ist wirklich eine super Idee.
      Habe ich selbst bisher noch nicht gemacht, aber für Kinder im Grundschul- und Schulalter ist es bestimmt spannend.
      Das werden wir definitiv ausprobieren!

      Herzliche Grüße,
      Christina

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